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Man City Urteil: Schuldig in 114 von 115 Punkten – was jetzt droht

Dein Sportwetten Profi · · 6 Min. Lesezeit
Man City Urteil: Richterhammer auf Finanzunterlagen, im Hintergrund ein Stadion bei Nacht

Das Man City Urteil ist gefallen: Eine unabhängige Kommission der Premier League hat Manchester City in 114 der 115 Anklagepunkte schuldig gesprochen. Über neun Spielzeiten soll der Klub seine Einnahmen um mehr als 830 Millionen Pfund geschönt und die Ermittlungen der Liga jahrelang behindert haben. City bestreitet alles und hat Berufung eingelegt, sportlich marschiert die Mannschaft unter Enzo Maresca dennoch an der Tabellenspitze.

Auf einen Blick: Bekannt wurde das Urteil Ende September 2026, am 29. September veröffentlichte die Premier League die Begründung. Am 1. Oktober ging City in Berufung. Eine Strafe gibt es noch nicht, sie wird erst nach dem Berufungsverfahren festgelegt. Im Raum stehen hohe Punktabzüge, Geldstrafen und im Extremfall sogar der Ausschluss aus der Liga.

114 / 115Anklagepunkte bestätigt

9Spielzeiten betroffen (2009/10 bis 2017/18)

830 Mio. £Einnahmen laut Kommission zu hoch ausgewiesen

Quelle: Entscheidung der unabhängigen Kommission der Premier League, Berichte vom 29.09.2026

Das Man City Urteil: Schuldig in fast allen Punkten

Die Kommission sah alle Vorwürfe zu den Finanzregeln als bewiesen an. Sie betreffen die Spielzeiten 2009/10 bis 2017/18. Danach hat City der Liga über Jahre keine zutreffenden Finanzinformationen geliefert und gegen die Profit- und Nachhaltigkeitsregeln verstoßen. Bei den 35 Vorwürfen zur mangelnden Zusammenarbeit wurde nur ein einziger Punkt nicht bestätigt.

Besonders schwer wiegt der Befund zu den Sponsorenverträgen. Laut Kommission handelte es sich um Scheinverträge, die Teil eines verdeckten Finanzierungsmodells waren: Die Sponsoren zahlten demnach nur einen Teil der Summen selbst, der Rest kam aus dem Umfeld der Eigentümer. Medienberichten zufolge zeigt eine Tabelle im Urteil, dass etwa 2017/18 rund 134,7 von 145,7 Millionen Pfund Sponsoreneinnahmen über die Eigentümergesellschaft ADUG geflossen sein sollen. Zudem bemängelte die Kommission die Darstellung von Gehältern für Trainer und Spieler, etwa über Bildrechte.

Deutlich fällt auch das Urteil über das Verhalten des Klubs aus. City habe sich gezielt bemüht, die Untersuchung zu stoppen und zu erschweren, Zeugen hätten wissentlich falsche Angaben gemacht. Der Klub zeigte sich „enttäuscht und überrascht“ und spricht von wesentlichen Fehlern in der Entscheidung, sowohl rechtlich als auch bei den Tatsachen.

Wie konnte es dazu kommen? Die Vorgeschichte

Der Fall begann nicht in der Premier League, sondern mit einem Datenleck. 2018 veröffentlichte der Spiegel im Rahmen von Football Leaks interne Dokumente, die nahelegten, dass Sponsorengelder aus Abu Dhabi in Wahrheit vom Eigentümer stammten. Noch im Dezember 2018 nahm die Premier League Ermittlungen auf.

  1. Die Abu Dhabi United Group übernimmt Manchester City.
  2. Der Spiegel veröffentlicht im Rahmen von Football Leaks interne E-Mails zu Sponsorenverträgen.
  3. Die Premier League beginnt mit ihren Ermittlungen.
  4. Die UEFA sperrt City für zwei Jahre aus dem Europapokal, der CAS hebt die Sperre auf und reduziert die Geldstrafe auf 10 Mio. Euro.
  5. Die Premier League erhebt Anklage in 115 Punkten, der Fall geht an eine unabhängige Kommission.
  6. Anhörung vor der Kommission, rund 7.000 Seiten Beweismaterial.
  7. Nach 21 Monaten Beratung: schuldig in 114 von 115 Punkten.
  8. City legt Berufung ein.

Die UEFA war schneller: Sie sperrte City im Februar 2020 für zwei Spielzeiten aus dem Europapokal. Der Internationale Sportgerichtshof CAS kippte die Sperre im Juli 2020, auch weil ein Teil der Vorwürfe verjährt war. Übrig blieb eine Geldstrafe von 10 Millionen Euro wegen fehlender Kooperation. Diese Verjährung gibt es im Verfahren der Premier League nicht, deshalb konnte die Liga weit zurückliegende Spielzeiten verhandeln.

Berufung: So geht es jetzt weiter

City hat am 1. Oktober 2026 Berufung eingelegt, einen Tag vor Ablauf der Frist. Über die Man City Berufung entscheidet ein neues Gremium aus drei Mitgliedern, eines davon mit richterlicher Erfahrung. Laut Berichten muss die Anhörung innerhalb von zwölf Wochen stattfinden, also etwa bis Ende Dezember 2026. Die Entscheidung ist endgültig: Anders als 2020 gegen die UEFA kann City nicht vor den CAS ziehen.

Bis zum Ende der Berufung gibt es keine Sanktionen. Erst danach legt die Kommission das Strafmaß fest. Vorsitzender Khaldoon Al Mubarak gibt sich zuversichtlich, CEO Ferran Soriano warnte, die Auseinandersetzung könne Jahre dauern.

Welche Strafe droht Manchester City?

Die Regeln der Premier League lassen der Kommission großen Spielraum. Eine feste Strafe für diese Verstöße gibt es nicht, und einen vergleichbaren Fall hat es in England nie gegeben. Diskutiert werden vor allem diese Szenarien:

  • PunktabzugGilt als wahrscheinlichste Strafe. Finanzexperte Kieran Maguire hält 40 bis 60 Punkte für angemessen, eine offizielle Größenordnung gibt es nicht.
  • GeldstrafeSehr wahrscheinlich, allein aber kaum ausreichend. Für einen Klub mit Eigentümern aus Abu Dhabi wäre sie finanziell verkraftbar.
  • Titel aberkennenTheoretisch möglich, in England gibt es dafür aber keinen Präzedenzfall. City gewann in den betroffenen Jahren 2012, 2014 und 2018 die Meisterschaft.
  • Ausschluss aus der LigaDie härteste Option. Laut Regelwerk denkbar, ein erzwungener Abstieg in die EFL gilt aber als rechtlich und organisatorisch schwierig.

Hinzu kommen mögliche Schadensersatzforderungen: Laut BBC haben mehrere Klubs Rechtsrat eingeholt, ob sie Ansprüche geltend machen können, etwa wegen verpasster Titel, Europapokal-Plätze oder Abstiege. Laut Berichten prüft auch Etihad Airways rechtliche Schritte gegen die Liga.

Folgen des Man City Urteils für die letzten Spiele

Auf dem Platz ist von Unruhe nichts zu sehen. Unter Enzo Maresca, der im Juni 2026 Nachfolger von Pep Guardiola wurde, gewann City die ersten sieben Premier-League-Spiele der Saison. Maresca ist damit der erste Trainer, der seine ersten sieben Ligaspiele bei einem Premier-League-Klub gewonnen hat.

Im ersten Ligaspiel nach dem Urteil siegte City am 11. Oktober 3:0 beim FC Liverpool, Haaland, Doku und Cherki trafen. Am 17. Oktober folgte ein knappes 3:2 gegen Ipswich Town. Mit 21 Punkten aus sieben Spielen führt City die Tabelle an. In der Champions League gab es dagegen eine 2:4-Niederlage gegen Paris Saint-Germain.

Manchester City Strafe: leeres Stadion in der Dämmerung unter Gewitterwolken
Strafe offen, Zukunft ungewiss: Die Berufung entscheidet über Punktabzug oder Schlimmeres.

Mögliche Zukunft: Was jetzt auf City zukommt

Kurzfristig ändert sich nichts. City spielt die Saison mit vollem Punktekonto weiter, solange die Berufung läuft. Kippt das Berufungsgremium das Urteil nicht, dürfte die Strafe aber noch in dieser Saison oder zur nächsten wirken. Ein großer Punktabzug würde den Titelkampf auf den Kopf stellen, ein Ausschluss die Liga erschüttern.

Mittelfristig geht es um Spieler und Sponsoren. Berichte bringen bereits Wechselgedanken einzelner Stars wie Erling Haaland mit dem Ausgang des Verfahrens in Verbindung, belegt ist das nicht. Auch Transfers dürften schwieriger werden, solange niemand weiß, in welcher Liga City in einem Jahr spielt.

Für Sportwetter

Was das Urteil für Meisterwetten bedeutet

Bei Langzeitwetten auf den Meister oder auf Tabellenplätze zählt bei den meisten Anbietern die offizielle Abschlusstabelle, inklusive möglicher Punktabzüge. Ein Abzug noch in dieser Saison könnte eine Wette auf City also trotz sportlicher Überlegenheit kippen und Wetten auf Verfolger wie Arsenal aufwerten.

Mein Tipp: Lies vor einer Meister- oder Platzierungswette die Wettregeln deines Anbieters zu Punktabzügen und Wertungsänderungen. Und plane den Einsatz klein, solange das Strafmaß offen ist.

Mein Fazit

Das Man City Urteil ist der größte Finanzskandal in der Geschichte der Premier League und noch nicht zu Ende. Entscheidend wird das Berufungsgremium bis zum Jahreswechsel. Bis dahin spielt City Fußball, als wäre nichts gewesen, und genau das macht Wetten auf die Meisterschaft in dieser Saison so riskant.

Stand: 23. Oktober 2026. Das Verfahren ist nicht abgeschlossen, City bestreitet die Vorwürfe. Alle Angaben ohne Gewähr.

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