Box- und Kampfsport-Begriffe von A bis Z
Jab, Uppercut, Technischer K. o. oder Split Decision: Hier findest du die wichtigsten Begriffe aus Boxen und Kickboxen – zu Schlägen, Verteidigung, Wertung, Gewichtsklassen, Verbänden und Training.
Gerade vor Boxwetten hilft es, Kampfstile, Siegmethoden und Wertungsregeln zu kennen. Klick auf einen Begriff für die Erklärung oder filtere nach Themen.
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A
Anzählen
auch: Auszählen, Ringzählung
Der Ringrichter zählt bis acht (Pflicht) bzw. zehn. Steht der Boxer bei zehn nicht kampfbereit, hat er durch K. o. verloren.
Aufbaukampf
auch: Aufbaugegner
Kampf gegen einen schwächeren Gegner, um die Bilanz eines Talents aufzubauen.
Ausboxer
auch: Out-Boxer, Distanzboxer
Boxer, der den Gegner mit Beinarbeit und Jab auf Abstand hält und Punkte sammelt.
B
Backfist
auch: Faustrücken-Schlag, Back Fist
Schlag mit dem Handrücken, oft aus einer Drehung (Spinning Backfist).
Bandagen
auch: Boxbandagen, Handbandagen
Stoffbinden, die unter den Handschuhen um Hände und Handgelenke gewickelt werden, um sie zu stabilisieren.
Bantamgewicht
auch: Bantamweight
Gewichtsklasse im Profiboxen bis 53,5 kg.
Bob and Weave
auch: Pendeln, Abducken
Ausweichbewegung, bei der der Boxer unter einem Haken hindurchtaucht und seitlich wieder hochkommt.
Boxhandschuhe
auch: Handschuhe, Unzen
Gepolsterte Handschuhe, deren Gewicht in Unzen angegeben wird – im Wettkampf meist 8 oder 10 Unzen, im Training schwerer.
C
Clinch
auch: Umklammern
Gegenseitiges Festhalten, um Schläge zu verhindern oder Zeit zu gewinnen. Der Ringrichter trennt die Boxer mit „Break“.
Cross (Boxen)
auch: Schlaghand-Gerade, Straight Right
Gerader Schlag mit der hinteren, meist stärkeren Hand quer über den Körper – oft nach einem Jab.
Cruisergewicht
auch: Cruiserweight
Gewichtsklasse im Profiboxen bis 90,7 kg (200 Pfund), zwischen Halbschwer- und Schwergewicht.
Cut (Boxen)
auch: Platzwunde, Cut im Boxen
Offene Wunde, meist an Augenbraue oder Wange. Ist sie zu schwer, kann der Ringarzt den Kampf abbrechen.
Cutman
auch: Cut-Man
Spezialist in der Ecke, der in den Pausen Wunden und Schwellungen versorgt.
D
Deckung
auch: Guard, Doppeldeckung
Die Haltung der Arme und Hände, mit der Kopf und Körper geschützt werden.
Doublette
auch: Doppelschlag
Zwei gleiche Schläge mit derselben Hand direkt hintereinander, etwa ein doppelter Jab.
Druckboxer
auch: Pressure Fighter, Swarmer
Boxer, der ständig nach vorne geht, den Gegner in die Seile drängt und im Infight arbeitet.
E
Einser-Zweier
auch: 1-2, Eins-Zwei
Die Grundkombination im Boxen: Jab gefolgt von einem Cross.
Einstimmiger Punktsieg
auch: Unanimous Decision, UD
Alle drei Punktrichter sehen denselben Boxer vorn.
F
Federgewicht
auch: Featherweight
Gewichtsklasse im Profiboxen bis 57,2 kg.
Finte (Boxen)
auch: Feint, Täuschung im Boxen
Angedeuteter Schlag oder Bewegung, um den Gegner zu einer Reaktion zu verleiten und eine Lücke zu öffnen.
Fliegengewicht
auch: Flyweight
Gewichtsklasse im Profiboxen bis 50,8 kg.
Front Kick
auch: Frontkick, Vorwärtstritt
Gerader Tritt nach vorn, um Distanz zu schaffen oder den Gegner zu stoppen.
Fußfeger
auch: Foot Sweep, Sweep
Technik, mit der dem Gegner das Standbein weggezogen wird.
G
Gewichtmachen
auch: Weight Cutting, Abkochen
Kurzfristiges Abnehmen vor dem Wiegen, meist durch Wasserentzug, um in einer niedrigeren Gewichtsklasse zu starten.
Gewichtsklasse
auch: Gewichtskategorie
Einteilung der Boxer nach Körpergewicht, damit sich ähnlich schwere Gegner gegenüberstehen – im Profiboxen 17 Klassen von Strohgewicht bis Schwergewicht.
Gong
auch: Glocke
Signal für Beginn und Ende einer Runde.
H
Haken (Boxen)
auch: Hook im Boxen, Seitwärtshaken
Halbkreisförmiger Schlag von der Seite zum Kopf oder Körper, meist aus der Halbdistanz.
Halbdistanz
auch: Mittlere Distanz
Die Entfernung, aus der Haken und Kombinationen am wirkungsvollsten sind.
Halbschwergewicht
auch: Light Heavyweight
Gewichtsklasse im Profiboxen bis 79,4 kg.
Handtuch werfen
auch: Aufgabe, Handtuch
Die eigene Ecke gibt den Kampf auf, um ihren Boxer zu schützen – traditionell durch Werfen eines Handtuchs in den Ring.
I
Infight
auch: Nahdistanz
Kampf auf kurzer Distanz mit Haken und Uppercuts.
J
Jab
auch: Führhand-Gerade, Führhand
Schneller, gerader Schlag mit der vorderen Hand. Er hält den Gegner auf Distanz und bereitet Kombinationen vor.
K
K. o.
auch: KO, Knockout, K.o.
Kampfende, weil ein Boxer nach einem Niederschlag nicht bis zehn wieder kampfbereit ist.
Kampfrekord
auch: Bilanz, Record
Die Bilanz eines Boxers aus Siegen, Niederlagen und Unentschieden, oft mit Zahl der K.-o.-Siege, z. B. 30-2-1 (25 KOs).
Kickboxen
auch: Kickboxing
Kampfsport, der Faustschläge aus dem Boxen mit Fußtritten verbindet. Es gibt verschiedene Disziplinen von Pointfighting bis Vollkontakt.
Körpertreffer
auch: Body Shot, Körperschlag
Schlag auf den Rumpf. Er zermürbt den Gegner und lässt seine Deckung oben öffnen.
Kombination (Boxen)
auch: Schlagserie
Mehrere Schläge in schneller Folge, etwa Jab, Cross, Haken.
Konter (Boxen)
auch: Counter, Konterschlag
Schlag direkt nach oder während eines gegnerischen Angriffs, wenn dessen Deckung offen ist.
Konterboxer
auch: Counterpuncher
Boxer, der auf Angriffe wartet, um mit schnellen Kontern zu antworten.
Kopfschutz
auch: Kopfschützer
Gepolsterter Helm für Training und Amateurboxen; im Profiboxen nicht erlaubt.
L
Lange Distanz
auch: Weite Distanz
Großer Abstand zum Gegner, aus dem vor allem mit Jab und Geraden gearbeitet wird – das Revier der Ausboxer.
Leberhaken
auch: Liver Shot
Haken auf die rechte Körperseite des Gegners, wo die Leber liegt – kann einen Kampf sofort beenden.
Leichtgewicht
auch: Lightweight
Gewichtsklasse im Profiboxen bis 61,2 kg.
Leichtkontakt
auch: Light Contact
Kickbox-Disziplin mit durchgehendem Kampf, aber kontrollierten, nicht voll durchgezogenen Techniken.
Low Kick
auch: Lowkick
Tritt mit dem Schienbein gegen den Oberschenkel des Gegners.
Lucky Punch
auch: Glückstreffer im Boxen
Ein einzelner, oft überraschender Treffer, der einen Kampf entscheidet, obwohl der Getroffene vorne lag.
M
Majority Decision
auch: Mehrheitsentscheidung, MD
Zwei Punktrichter sehen einen Boxer vorn, der dritte wertet unentschieden.
Mittelgewicht
auch: Middleweight
Gewichtsklasse im Profiboxen bis 72,6 kg.
Muay Thai
auch: Thaiboxen
Thailändischer Kampfsport, in dem neben Fäusten und Füßen auch Knie und Ellbogen erlaubt sind.
N
Niederschlag
auch: Knockdown, Zu Boden
Ein Boxer berührt nach einem Treffer mit mehr als den Füßen den Boden. Der Ringrichter zählt ihn an.
No Contest
auch: NC, Kein Ergebnis
Der Kampf wird ohne Wertung beendet, etwa nach einer unabsichtlichen Verletzung früh im Kampf oder nachträglich wegen Dopings.
Normalauslage
auch: Orthodox, Linksauslage
Grundstellung mit linkem Fuß und linker Hand vorn – typisch für Rechtshänder. Die umgekehrte Stellung heißt Rechtsauslage oder Southpaw.
O
Olympisches Boxen
auch: Amateurboxen, Olympic Boxing
Boxen nach den Regeln des Weltverbands für Amateure: drei Runden à drei Minuten, Wertung nach Punkten, kein Profivertrag.
Overhand
auch: Überhandschlag
Schlag mit der Schlaghand im Bogen über die Deckung des Gegners hinweg.
P
Pflichtherausforderer
auch: Mandatory, Mandatory Challenger
Boxer, gegen den ein Weltmeister seinen Titel innerhalb einer Frist verteidigen muss, sonst wird ihm der Gürtel aberkannt.
Pointfighting
auch: Semikontakt, Semi Contact
Kickbox-Disziplin, bei der nach jedem Treffer unterbrochen und gepunktet wird – Schnelligkeit zählt mehr als Härte.
Pratzentraining
auch: Pad Work, Pratzen
Der Trainer hält gepolsterte Pratzen, auf die der Boxer gezielte Schläge und Kombinationen übt.
Profiboxen
auch: Berufsboxen
Boxen gegen Börse, mit bis zu zwölf Runden, kleineren Handschuhen und ohne Kopfschutz.
Promoter
auch: Veranstalter
Organisiert und vermarktet Boxveranstaltungen und handelt Kämpfe aus.
Punktrichter
auch: Judge, Kampfrichter
Die drei Wertungsrichter am Ring, die jede Runde nach Punkten bewerten.
Punktsieg
auch: Decision, Punktentscheidung
Geht ein Kampf über die volle Distanz, entscheiden die Punktrichter nach ihren Wertungszetteln.
R
Reichweite
auch: Reach
Spannweite der Arme von Fingerspitze zu Fingerspitze. Wer mehr Reichweite hat, kann aus größerer Distanz treffen.
Ring abschneiden
auch: Cutting off the Ring
Durch geschickte Laufwege den Raum des Gegners verkleinern und ihn in Ecke oder Seile drängen.
Ringkommandos
auch: Box!, Break!, Stop!
Anweisungen des Ringrichters: „Box“ eröffnet, „Stop“ unterbricht den Kampf, „Break“ trennt die Boxer aus dem Clinch.
Ringrichter
auch: Referee im Boxen
Leitet den Kampf im Ring, zählt an, verwarnt und kann den Kampf abbrechen.
Rote Ecke
auch: Blaue Ecke, Neutrale Ecke
Die Ringecken der beiden Boxer; meist steht der Favorit oder Titelverteidiger in der roten Ecke. Nach einem Niederschlag muss der Gegner in die neutrale Ecke.
Roundhouse Kick
auch: Halbkreistritt, Mawashi Geri
Kreisförmiger Tritt von der Seite zum Körper oder Kopf.
Runde (Boxen)
auch: Boxrunde
Abschnitt eines Boxkampfs: im Profiboxen drei Minuten, mit einer Minute Pause. Titelkämpfe gehen über zwölf Runden.
S
Sandsack
auch: Heavy Bag, Boxsack
Schwerer, hängender Sack zum Trainieren von Schlagkraft und Ausdauer.
Schattenboxen
auch: Shadow Boxing
Boxen gegen einen gedachten Gegner, um Technik, Beinarbeit und Kombinationen zu üben.
Schulterrolle
auch: Shoulder Roll, Philly Shell
Defensivtechnik, bei der Schläge mit der hochgezogenen vorderen Schulter abgefangen werden.
Schwergewicht
auch: Heavyweight
Die schwerste Gewichtsklasse im Profiboxen, ohne Obergrenze – ab über 90,7 kg.
Schwinger
auch: Swing, Haymaker
Weit ausgeholter, kraftvoller Schlag – wirkungsvoll, aber leicht zu sehen.
Sekundant
auch: Cornerman
Betreuer in der Ecke eines Boxers, der in den Pausen versorgt und Anweisungen gibt.
Side Kick
auch: Seittritt
Gerader Tritt zur Seite mit der Fußkante oder Ferse.
Slip
auch: Wegtauchen, Abrollen
Kleine seitliche Kopfbewegung, mit der ein gerader Schlag ins Leere geht.
Sparring
auch: Sparringskampf
Trainingskampf mit Schutzausrüstung, meist mit reduzierter Härte.
Speedball
auch: Punchingball, Doppelendball, Maisbirne
Kleiner, schnell zurückschwingender Ball zum Training von Timing und Handschnelligkeit.
Spinning Back Kick
auch: Drehtritt
Tritt aus einer Drehung heraus, bei der der Rücken kurz zum Gegner zeigt – kraftvoll, aber riskant.
Split Decision
auch: Geteilte Entscheidung, SD
Zwei Punktrichter sehen einen Boxer vorn, der dritte den anderen.
T
Ten-Point-Must-System
auch: 10-Punkte-System
Wertung im Profiboxen: Der Gewinner jeder Runde erhält zehn Punkte, der Verlierer neun oder weniger, etwa nach einem Niederschlag.
Tiefschlag
auch: Low Blow, Schlag unter die Gürtellinie
Verbotener Schlag unterhalb der Gürtellinie. Er führt zu Verwarnung, Punktabzug oder Disqualifikation.
Timing (Boxen)
auch: Timing
Der richtige Moment für einen Schlag oder eine Ausweichbewegung – oft wichtiger als Schlagkraft.
Titelverteidigung
auch: Title Defense
Kampf, in dem ein Champion seinen Titel gegen einen Herausforderer aufs Spiel setzt.
TKO
auch: Technischer K. o., Technischer Knockout, RSC
Der Ringrichter, Ringarzt oder die Ecke beendet den Kampf, weil ein Boxer sich nicht mehr verteidigen kann oder verletzt ist. Im Amateurboxen heißt das RSC (Referee Stops Contest).
U
Undisputed Champion
auch: Unumstrittener Weltmeister, Undisputed
Boxer, der gleichzeitig die WM-Titel aller vier großen Verbände in seiner Gewichtsklasse hält.
Uppercut
auch: Aufwärtshaken
Schlag von unten nach oben, typisch im Nahkampf, zielt auf Kinn oder Körper.
V
Vollkontakt
auch: Full Contact
Kickbox-Disziplin, in der mit voller Wucht geschlagen und getreten wird; K.-o.-Siege sind möglich.
W
Weltergewicht
auch: Welterweight
Gewichtsklasse im Profiboxen bis 66,7 kg.
Weltverbände
auch: WBA, WBC, IBF, WBO
Die vier großen Weltverbände im Profiboxen. Jeder vergibt eigene WM-Gürtel; wer alle vier hält, ist unumstrittener Weltmeister.
Wiegen
auch: Weigh-in, Offizielles Wiegen
Offizielle Gewichtskontrolle, meist am Tag vor dem Kampf. Wer das Limit verfehlt, verliert oft seinen Titelanspruch.
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